Was passieren kann (aber nicht passieren muss)

  • Es passiert nicht allen Frauen, aber negative Erlebnisse sind im Moment leider ein Teil der digitalen Welt. Sei Dir dessen bewusst, und auch, dass es oft Frauen trifft. Sich das zu vergegenwärtigen, hilft, sich nicht allein zu fühlen, falls etwas passiert.
  • Mehrere Studien haben gezeigt, dass es reicht im Netz als Frau erkennbar zu sein, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, Beleidigungen und Ähnliches zu erleben. Diese negativen Vorfälle spiegeln die Machtverhältnisse außerhalb des Netzes in unserer Gesellschaft wider, die mit Gender, Ethnie, Mutterschaft, Sexualität und anderen Dimensionen der Identität verwoben sind. Es ist nicht Deine Schuld, falls Dir etwas passiert; es liegt an den Strukturen der Gesellschaft.
  • Sich bewusst sein, in welchem Kontext mensch sich als Frau im Netz bewegt, aber keine Angst zu haben, ist eine gute Strategie. Die Webseite Hatr (Vorsicht, Triggerwarnung) bietet Beispiele dazu, welche Kommentare BloggerInnen erhalten haben, falls Du mehr darüber lesen möchtest, welche Art von Kommentaren kommen könnten.
  • Sei Dir bewusst, dass die Verwendung der Worte „Feminismus” oder „Feministin” auf Deinem Blog oder Deiner Webseite es wahrscheinlicher macht, dass andere Dich finden, die nach solchen Begriffen im Netz suchen. Das kann gut und schlecht sein. Das heisst natürlich nicht, dass Du diese Worte nicht verwenden kannst oder sollst. Dein Blog ist Dein Blog; Du machst dort was Du möchtest. Das ist klar. Aber vergegenwärtige Dir den Kontext, den bestimmte Begriffe im Moment im Netz (wie auch oft offline) mit sich bringen. Mehrere Studien haben gezeigt, dass negative Vorfälle öfter passieren können, wenn feministische Begriffe verwendet werden. Manche Bloggerinnen haben sich deshalb entschieden zwar feministisch oder zu feministischen Themen zu schreiben, aber benutzen den Begriff „Feminismus” selbst nicht. Allerdings, je mehr Menschen über Feminismus oder als FeministInnen schreiben, um so schwieriger ist es für andere alle BloggerInnen, die dies tun zu belästigen. Die gute Nachricht für feministische Bloggerinnen: besonders in Großbritannien ist eine Gruppe an Teenager-Aktivistinnen dabei, den Begriff des Feminismus als „cool” und „fun” zu etablieren. Und auch andere Projekte in Deutschland und den USA thematisieren was Feminismus bedeutet und welche Assoziationen damit verbunden sind.