Sammeln und dokumentieren

  • Wenn Du die Energie und Zeit dazu hast, dann sammle und dokumentiere negative Vorfälle in Netz, die Dir passieren, in einem „Giftschrank.” Dieser „Giftschrank” kann ein separater Ordner in Deinem E-Mail-Provider sein oder auch ein Word-Dokument. So kannst Du beleidigende, diskriminierende und bedrohliche Kommentare sammeln, ohne sie komplett lesen zu müssen, wenn Du das nicht möchtest. Negative Kommentare zu sammeln, kann auf zwei Weisen helfen: einmal als Beweis für später um zu zeigen, dass und was schon passiert ist, auch falls etwas wieder online oder auch offline geschieht. Zweitens, so kannst Du Dir auch später noch überlegen, ob Du diese Kommentare vielleicht im Netz posten und anderen zeigen möchtest.
  • Wenn Du das möchtest, kannst Du schwierige Kommentare auch posten und kommentieren, um anderen zu zeigen, was passiert ist. Im deutschsprachigem Raum sammelt die Webseite hatr solche Kommentare. Bloggerinnen haben aber auch z.B. die Webseite Storify genutzt, um problematische Tweets zu sammeln und auszustellen. Das Ausstellen hilft weiter, um Belästigungen, Diskriminierungen und Bedrohungen im Netz öffentlich zu dokumentieren. So können andere (Frauen) sehen was passieren kann, um Solidarität zu entwickeln. WissenschaftlerInnen können so weiter Material sammeln, um zu diesem Problem zu forschen.
  • Vergiss nicht, dass Du nicht alleine bist im Netz. Suche Dir Hilfe und Unterstützung von anderen BloggerInnen und Online-Autorinnen schon bevor Du einer schwierigen Situation begegnen könntest. Vernetze Dich: durch Kommentare, die Du auf anderen Blogs postest, per E-Mail an andere BloggerInnen, bei Offline-Veranstaltungen (z.B. auf Blogkonferenzen oder anderen Events rund ums Internet), per Twitter oder anderen sozialen Netzwerken. Wie sind andere mit konkreten Vorfällen umgegangen? Welche Möglichkeiten gab es zu reagieren? Was hat wie und warum geholfen? Welche Tipps gibt es, um für den eigenen Blog zu werben, ihn bekannter zu machen (wenn Du das möchtest)?
  • Sei bereit, anderen BloggerInnen zu helfen, die vielleicht neu sind oder noch nicht so viele oder andere Erfahrungen gemacht haben als Du. Gegenseitiger Austausch über konkrete Vorfälle kann helfen, gleich zu Beginn potentielle StörerInnen zu erkennen, sie zu blockieren und so im Keim zu ersticken. Denk trotzdem auch daran, weiter Beweise zu Vorfällen zu sammeln.
  • Ein gegenseitiges „Buddy-System” kann auch helfen, mit problematischen Kommentaren und LeserInnen umzugehen. Lass eine andere befreundete Bloggerin Kommentare moderieren, die Dich betreffen und auf die Du selbst nicht reagieren möchtest. Im Gegenzug, sei bereit und verfügbar, dasselbe für andere BloggerInnen zu tun, die Hilfe oder Zuspruch brauchen.