Die Polizei

  • Wenn eine Bedrohung, Diskriminierung oder Beleidigung im Netz in Dein „Offline”-Leben rutscht, z.B. als Telefonanrufe, als Auftauchen von Menschen in Deiner Umgebung oder am Arbeitsplatz, als Sachbeschädigungen etc., geh zur Polizei! Erkundige Dich dort nach BeamtInnen, die sich mit Onlinekriminalität/Cyberkriminalität beschäftigen (falls es das bei Deiner örtlichen Polizei gibt.) Melde den Vorfall, mach eine Anzeige, frage nach Hilfen. In einigen Fällen hat das geholfen, Stalker zu stoppen, die online angefangen haben oder die vermehrt E-Mails geschickt hatten.
  • Natürlich kannst Du auch Bedrohungen, Beleidigungen und Diskriminierungen, die im Netz passieren, vor allem Vergewaltigungs- und Todesandrohungen, anzeigen. Aber mehrere Frauen in meiner Studie haben gesagt, dass die Polizei diese Bedrohungen nicht ernst nahm oder sich nicht zurückmeldete. Dennoch: zumindest in Großbritannien gab es den Fall der feministischen Aktivistin Caroline Criado-Perez über den in den britischen und U.S.-amerikanischen Nachrichtenmedien viel berichtet wurde. Vielleicht hast Du davon gehört. Die vielen Drohungen, die sie per Twitter erhielt, brachten zwei dieser TäterInnern eine mehrmonatige Gefängnisstrafe im Januar 2014. Ein guter Anfang! Natürlich ist es nicht Deine Aufgabe die Polizei aufzuklären. Aber Vorfälle weiter zu melden, wenn Du dazu die Kraft und Zeit hast, kann helfen weiter öffentlichen Druck aufzubauen, damit die Polizei besser informiert ist und handelt, Gesetze sich ändern und die Gesellschaft Bedrohungen, Diskriminierungen und Beleidigungen im Netz auch als Problem anerkennt und verfolgt.