Blog/Webseite einrichten

  • Wenn Du Deinen Blog oder Deine Webeite einrichtest, benutze eine separate E-Mail-Adresse für Deinen Blog/Deine Webseite, nicht Deine private E-Mail-Adresse. Dann kannst Du besser einteilen, wann Du Dich mit E-Mails zum Blog auseinandersetzen willst und wann nicht. So kannst Du auch schwierige Kommentare besser in einem separaten Ort sammeln und dokumentieren. Und klar, es hilft auch, um Deine Identität etwas mehr zu schützen, falls Du sie nicht gleich komplett preisgeben möchtest. Jedoch bist Du dadurch nicht von der Impressumspflicht ausgenommen (mehr dazu weiter unten.) Die E-Mail-Addresse kann eine berufliche sein oder eine völlig neu eingerichtete. Aber denke auch daran, die E-Mails für den Blog regelmäßig zu checken, damit Du all die guten und interessanten Anfragen nicht verpasst. Nebenbei hilft ein klare Kontaktadresse auch ForscherInnen, die Dich erreichen wollen. (Oft möchten ForscherInnen die Anonymität ihrer potentiellen StudienteilnehmerInnen bewahren und wollen sie nicht für jede(n) offen sichtbar über einen Kommentar im Blog oder in anderen sozialen Netzwerken anschreiben.)
  • Für die allermeisten Bloggerinnen in Deutschland (und anderen EU-Ländern) gilt eine Impressumspflicht. Ausnahmen sind nur Bloggerinnen, die ihren Blog wirklich nur für private, familiäre Zwecke eingerichtet haben. Sehr schön und im Detail ist hier erklärt, wie und warum auch Bloggerinnen sich ein Impressum einrichten müssen. Die Webseite bietet auch einen kostenlosen Impressumsgenerator. Bei Nichteinhaltung der Impressumspflicht drohen Abmahnungen, die es auch schon oft gegeben hat. Zum Impressum gehören Name, Adresse (ein Postfach gilt nicht), E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer. Aber Du kannst auch eine berufliche Adresse angeben, einen Büroservice oder eine Briefkastenfirma, sofern Du dort auch wirklich Deine Post abholst. Eine andere Möglichkeit ist, in einem Gruppenblog nur die Adresse von einer Person anzugeben. So können zumindest alle anderen unter Pseudonym oder anonym schreiben. Wichtig ist, zu wissen, dass diejenige, die mit Namen im Impressum steht, sich dann auch tatsächlich vor Gericht verantworten muss, falls es zu einer Auseinandersetzung kommen sollte. (Die Webseite auf der Du Dich im Moment befindest, hat deshalb kein Impressum, weil die Autorin sich in keinem EU-Land befindet. Aber ihr könnt mich via Kontaktadresse erreichen.)
  • In der Schweiz gibt es seit 2012 auch eine Impressumspflicht. Sie richtet sich nach den EU-Regelungen und gestaltet sich für Bloggerinnen ähnlich wie in Deutschland. Hier sind die Details zur Situation in der Schweiz kurz und knapp beschrieben.
  • Denk genau darüber nach, wieviel von Deinem Namen und Deiner Identität Du in Deinen Blogposts preisgeben möchtest. Denk auch genau darüber nach, wieviel Du von der Identität Deiner Familie und von Deinen Kinder auf Deinem Blog oder Deiner Webseite preisgeben möchtest. Bloggerinnen, die ihren Blog auch für berufliche Zwecke nutzen, fanden es hilfreicher ihren richtigen, vollen Namen zu nutzen, um auch als Autorinnen ihrer Texte anerkannt zu werden. Andere Bloggerinnen, die anonym oder unter Pseudonym bloggten, genossen es auf diese Weise so frei schreiben zu können wie es ihnen unter die Tastatur kam, ohne vom Umfeld, von ArbeitgeberIn, VermieterIn etc. eventuell erkannt zu werden.
  • Webseiten mit der Top-Level-Domain, die in “.de” enden, müssen bei der Verwaltungs- und Betriebsgesellschaft der Domain, DENIC, registriert werden. Dort kann jede(r) den angemeldeten Namen und Adresse nachschauen. Das bedeutet, dass die Adresse, die Du dort angibst, von jeder/m gefunden werden kann. Überlege Dir, ob Du für diese Adresse auch eine berufliche oder die von einer Organisation angeben kannst, die Deinen Blog unterstützt, wenn Du Deinen Namen und Deine Adresse schützen möchtest.
  • Überlege Dir, ob Du vielleicht andere kostenlose Seiten nutzen willst, die einfache Systeme bereit stellen, um einen Blog oder eine Webseite einzurichten, wie z.B. WordPress oder Blogger. Diese Seiten verlangen keine Registrierung mit richtigem Namen. (Das befreit Dich aber nicht von der Impressumspflicht wenn Du Dich in Deutschland, einem EU-Land oder der Schweiz befindest). Bedenke aber auch, welche Rechte an Text und Bild Du an diese Plattformen abgibst und dass sie im Hintergrund Daten über Deinen Blog sammeln. Alternative Anbieter für Webseiten und Blogs für kleine Preise sind z.B. Uberspace oder Netzguerilla. Wenn Du Dich mit dem Bauen von Webseiten nicht so gut auskennst, suche Dir Hilfe und Unterstützung bei erfahrenen Bloggerinnen, auf Konferenzen und in Workshops.
  • Überlege Dir, ob Du eine Kommentarfunktion auf Deinem Blog oder auf Deiner Webseite einrichten möchtest oder nicht. Es ist auch in Ordnung, keine Kommentarfunktion zu haben. LeserInnen haben keinen Anspruch darauf, Kommentare hinterlassen zu können. Die allermeisten Bloggerinnen in meiner Studie hatten eine Kommentarfunktion eingerichtet, denn sie waren meist an einem Austausch mit ihren LeserInnen interessiert. Allerdings kannst Du ja auch eine E-Mail-Adresse für Anfragen angeben (die ja auch im Impressum erscheinen muss.) Mehr zum Umgang mit Kommentaren weiter unten, falls Du Dich für eine Kommentarfunktion entscheidest.
  • Um Deinen Blog zu verbreiten, kannst Du Dir überlegen, ob Du Deinen Blog auch mit Twitter, Facebook, Tumblr, Pinterest, Instagram, Linkedin, Google+ oder anderen sozialen Netzwerken verbinden möchtest. Z.B. WordPress und Blogger bieten es an, dass Du dann automatisch deine Blogposts auch per ausgewählter sozialer Netzwerke verbreiten kannst. Natürlich kannst Du auch manuell über neue Blogposts tweeten oder sie auf anderen Plattformen posten. Aber bedenke auch dabei, welche Rechte an Text oder Bild Du dadurch an die verschiedenen Plattformen abgibst und welche Menschen Du dort ansprichst oder ansprechen möchtest. Um Deinen Blog bekannter zu machen, ist es auch eine gute Idee, ähnliche Blogs zu lesen und dort Kommentare zu hinterlassen, um auf Dich aufmerksam zu machen.